Foto: fb.com/PolaripopAuf der Dammwiese – dieser vom Denkmalschutz her sakrosankten Wiese vor dem Augarten – haben Bundesgärten und Landwirtschaftsministerium letzte Woche einen riesigen Holzverschlag errichten und die Wiese umpflügen lassen – offenbar will man auf der Urban-Gardening-Welle mitschwimmen und bietet zu diesem Zweck demnächst temporäre Bürger_innen-Gärten an. Wohl zu Zwecken der Wahlwerbung…

Ein oberflächliches Projekt, dass sich buchstäblich leicht zerpflücken lässt…

Problematisch ist v.a. die Wahl des Ortes. Die Dammwiese ist ein seit Jahrhunderten unveränderter Bereich, der unter strengstem Denkmalschutz steht. Auch von öffentlicher Hand darf hier nicht getan werden, was anderen ohnehin verweigert wird (so versuchte das Filmarchiv vergeblich, eine gärtnerische Gestaltung des Bereichs vor dem Filmarchiv machen zu können). Sinnvoll und nachhaltiger wäre eine Öffnung bestehender Gartenflächen im Augarten für die Allgemeinheit, wozu sich die „Reservegärten“ bestens eignen würden.

Die beworbene Nachhaltigkeit, die ein „Green Event“ sicher aufweisen soll, fehlt, es gibt stattdessen eine Bürgergarten genannte Mogelpackung: Eine wirkliche gärtnerische Betreuung würde zumindest einen Jahreszyklus von der Anzucht in Frühbeeten bis zum Winter umfassen. Mit dem Beginn im Mai ist es dafür bereits zu spät.

Was hier wie an anderen Orten in der Stadt stattfindet, ist ein Event-hafter Missbrauch öffentlicher (Wiesen-)Fläche. Andere Beispiele wo ähnliche Entwicklungen passieren oder drohen sind die Kaiserwiese (Info: Kaiserwiese für Alle und facebook) und der Donaukanal (Info: Donaucanale für Alle und facebook)

So wirft man den Bürger_innen wieder einmal einen Knochen hin, einen Bonus mit Befristung. Auch bei der von der Bevölkerung ersehnten und eigentlich längst beschlossenen Durchwegung des Augartenspitzes bietet man vorerst nur eine temporäre Öffnung in der „Saure-Gurken-Zeit“…

Die Fragwürdigkeit des Konzepts zeigt sich auch in der Ankündigung die Flächen einfach zu verlosen, anstatt Bewerber_innen zu suchen, die auch eine sinnvolle Bewirtschaftung gewährleisten können. Besser aufgehoben wäre dieses Projekt innerhalb des Augartens.

Nachbemerkung: Auch der Widerstand gegen die Verbauung am Augartenspitz auch auf der Dammwiese angesiedelt, das geschah aber aus der Not, um diese „Botschaft besorgter Bürger_innen“ zu beherbergen, die aus dem Paradies des Augartenspitzes vertrieben worden war.