Wienerinnen und Wiener setzten ein starkes Zeichen für Bürgerrechte

Die Kundgebung zu Gunsten des Augartenspitzes war ein voller Erfolg: Unter dem Motto „SOS Augarten! SOS Bürgerrechte!“ bildete man eine tanzende Menschenkette. Zahlreiche Prominente und Musiker solidarisierten sich durch ihren Auftritt mit den Zielen der Bürgerinitiativen, u.a. die WienerTschuschenkapelle, Anne Bennent und Otto Lechner, Doron Rabinovici, Robert Menasse, Peter Huemer und viele andere!

Der Verein Freunde des Augartens, das Josefinische Erlustigungskomitee und die Aktion 21 riefen am Samstag, den 7. November zur großen Kundgebung am Augartenspitz auf, bei der über 1.000 Bürgerinnen und Bürger mit Begeisterung teilnahmen. Sie bildeten einen riesigen Kreis rund um die Wiese vom Augartenspitz bis zu den Sängerknaben und legten Blumen ab. Viele Kinder tanzten gemeinsam mit ihren Eltern zur Musik der Wiener Tschuschenkapelle, des Klezmer-Ensembles Bulgariaska und der Benjy Fox-Rosen Band aus New York.

An die verantwortlichen Politiker und Bauwerber wurde erneut und kraftvoll die Botschaft ausgeschickt: Wir sind zäh, wir sind stark und wir sind VIELE! Wir fordern, dass der Augarten Grünfläche und Erholungsraum bleibt, Zäune geöffnet werden und der öffentliche Raum öffentlich bleibt. Die Augarten-Initiativen fordern die Verantwortlichen auf, endlich einen Alternativstandort für den am Augartenspitz geplanten Bau einer Halle für die Wiener Sängerknaben zu finden!
Ein Hauptthema sind jetzt auch die Bürgerrechte, nachdem diese seit Jahren ignoriert und sogar gravierend verletzt werden – zuletzt durch den brutalen Einsatz einer privaten Sicherheitsfirma im tatenlosen Beisein der Wiener Polizei bei der Räumung der friedlichen, gewaltfreien Besetzung des Augartenspitzes am 7. Oktober. In seiner Rede kritisierte Robert Menasse die Ignoranz der Politik gegenüber den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Doron Rabinovici spannte den Bogen von den Studierendenprotesten zum Augartenspitz.
Für das Solidaritätskonto wurde großzügig gespendet, die BesetzerInnen kochten Gulyas, schenkten heiße Getränke aus und informierten über den aktuellen Stand der Dinge. Aufwärmen konnte man sich im beheizten, winterfesten Zelt, das mittlerweise zu einem regelrechten Kulturzentrum avanciert ist, in welchem wöchentlich Veranstaltungen stattfinden.

Bürgermeister Häupl wurde anlässlich seines 15-jährigen Amtsjubiläums abermals aufgefordert, mit den Bürgerinitiativen zu sprechen und gemeinsam einen Weg aus der Sackgasse zu suchen. Am Montag, den 9. November wird diese Botschaft im Wiener Rathaus übergeben. Die Vielzahl der Bürger und Bürgerinnen wird durch viele hundert Blumen symbolisiert. Die Augarten-Initiativen fordern direkte Gespräche aller Beteiligten. Eine weitere Eskalation des Konflikts würde niemandem dienen – schon gar nicht den Projektwerbern.

Infos

www.erlustigung.org
www.baustopp.at
www.aktion21.at

Solidaritätskonto

easybank 14.200 | KNr. 200 105 844 60