BZÖ

Lukas Brucker, BZÖ-Presse

Ad 1/ Ja
Das BZÖ spricht sich gegen den Bau einer Konzerthalle im Augarten aus, wird dies auch öffentlich kundtun und versuchen, diesen Bau zu verhindern. Die Ablehnung von 97 Prozent der Bevölkerung ist ein klares Votum und muss respektiert werden. Es darf nicht sein, dass über die Meinung der Bevölkerung drübergefahren wird.

Ad 2/ Ja
Die Flaktürme im Augarten sind der falsche Platz für ein Hochsicherheits-Datencenter. Der Schutz des Augartens als Erholungszentrum sowie der Denkmalschutz der Flaktürme ist vorrangig.

Ad 3/ Ja
Selbstverständlich wird das BZÖ diesbezügliche Bemühungen der Bürgerinitiativen unterstützen, da es notwendig ist, den Augarten bzw. dessen Umfeld als Naherholungsgebiet zu erhalten und auch weiterzuentwickeln.

FPÖ

(Keine Reaktion)

GRÜNE

Adi Hasch, Wahlkreis 9 C

Ad 1/
Ja, die Konzerthalle der Sängerknaben im Augarten will ich, soweit es in meiner Macht steht, verhindern. Die Grünen waren auch schon bisher die einzige Partei, die diesbezüglich auf den verschiedenen Ebenen, wie Bezirksvertretung, Wiener Gemeinderat aber auch im Parlament, Initiativen gesetzt haben. Leider sind wir dabei immer auf ein kulturpolitisch konservatives Bollwerk unter Federführung der SPÖ gestoßen. Leider hat Bürgermeister Häupl in einer seiner merkwürdigen Launen und ohne mit der Sachlage vertraut zu sein den Wiener Sängerknaben grünes Licht für diesen Bau zugesagt, was jetzt die gesamte SPÖ, bis hin zum kleinsten Kassier, lähmt. Die Grünen unterstützen alle Initiativen der Zivilgesellschaft, die sich in dieser kulturpolitischen Auseinandersetzung für den Schutz des Augartens einsetzen.
Ausdrücklich betonen möchte ich allerdings, dass die Grünen nicht gegen die Errichtung einer Konzerthalle für die Sängerknaben sind und daher den wenige hundert Meter entfernten Standort Nordwestbahnhof vorgeschlagen haben. Einwendungen von Seiten der Sängerknaben, dass dieser Standort zu weit weg und daher den Kindern nicht zumutbar ist, sind nicht zulässig. Dies schon alleine deshalb, da auch der regelmäßige und wesentlich weitere Weg für Kinder von mehreren Schulen des neunten Bezirks zu den Sportplätzen im Augarten als durchaus zumutbar dargestellt wird.

Ad 2/
Ja, selbstverständlich werde ich mich und auch die Grünen gegen diesen Schwachsinn weiterhin zur Wehr setzen. Es geht nicht an, dass in einem der wichtigsten Erholungsgebiete der Brigittenau und der Leopoldstadt ein Industriekomplex errichtet wird. Es liegt in der Hand der SPÖ, diesen Wahnsinn zu beenden, doch leider sind die Signale sowohl im Bezirk wie auch im Rathaus als eher dürftig einzuschätzen.
Auf Grund der sensiblen Lage der beiden Flaktürme im Augarten sprechen sich die Grünen ganz deutlich gegen jede Kommerzialisierung dieser beiden Gebäude aus.

Ad 3/
Ja – es war eine Grüne Initiative im Wiener Gemeinderat, die diesen Prozess startete. Daher sind wir auch für die rasche Umsetzung – aber auch Weiterentwicklung – der Ergebnisse aus diesem Leitbildprozess. Im Gegensatz zu anderen Parteien gehört es zum Grünen Selbstverständnis, Politik in einem partizipativen Prozess mit der Bevölkerung zu gestalten. Eine Nichtumsetzung dieser Ergebnisse wäre wie eine Ohrfeige für all die vielen Menschen, die sich an diesem demokratischen Prozess beteiligt haben.

Ruth Dögl, Wahlkreis 9 C

Ad 1/ und 2/
Die Grünen arbeiten bereits seit Jahren daran, eine Verbauung des Augartens zu verhindern (Datencenter ebenso wie Konzerthalle), weil er ein ganz besonders wichtiger und wertvoller Naherholungsraum ist. Und so wollen wir ihn auch erhalten!
Der Augarten ist in seiner jetzigen Form, ohne stetig steigenden Nutzungsdruck und mit möglichst vielen Freiräumen unersetzlich!

Ad 3/
Natürlich! Ja!
Die Grünen haben darum gekämpft, dass es zu einer BürgerInnenbeteiligung kommt, denn Menschen sollen die Gelegenheit haben mit zu reden und mit zu gestalten!
Und das Ergebnis dieses Prozesses muss selbstverständlich berücksichtigt werden! Wozu hätte er sonst stattgefunden?!

Dialogbüro der Grünen

Ad 1/
Ja
Wie Sie völlig richtig anmerken, dient der Sängerknaben-Kristallpalast nur zur Befriedigung eines vermeintlichen Tourismus-Magneten. Er bildet keine sinnvolle Ergänzung zum kulturellen (und Freizeit-)Angebot für die Bevölkerung. Die Grünen haben sich immer für einen anderen Standort in unmittelbarer Nähe – wie etwa am Nordbahnhof- oder am Nordwestbahnhofgelände – ausgesprochen, da diese Entwicklungsgebiete dringend Impulse brauchen. Der Augarten dient vielen BewohnerInnen des dichten Stadtgebiets als wertvoller Naherholungsraum und verdient besonderen Schutz.

Ad 2/
Ja
Die Flaktürme sind Zeugnisse der Geschichte Wiens und sollten auch als solche – und nicht als x-beliebige Industriebauten – behandelt werden. Die Grünen fordern eine kulturelle Nutzung, die die Entstehungs- und Funktionsgeschichte dieser ganz besonderen Bauwerke reflektiert, beispielsweise mit Führungs- und Besichtigungsmöglichkeiten durch die im Augarten aktiven Vereine.

Ad 3/
Ja
Da der Leitbildprozess auch dank der Initiative der Grünen Gemeinderätin Sabine Gretner eingeleitet wurde, setzen wir uns auch in Zukunft für dessen Weiterentwicklung und die verbindliche Umsetzung der Ergebnisse ein. Dabei ist es von zentraler Bedeutung, dass die Interessen aller Beteiligten gleich gewichtet behandelt und nicht institutionelle Einzelinteressen bevorzugt realisert werden. Aus Sicht der Grünen ist der Leitbildprozess ein erster Schritt, um gemeinsame Perspektiven für die Entwicklung und den Schutz des Augartens als Naherholungsraum zu erarbeiten. Wir wollen ihn daher jedenfalls weiterführen, bis konkrete Ziele erreicht sind.

ÖVP

Mag. Cem Say Assistenz von Mag. Katharina Cortolezis-Schlager, Wahlkreis 9c

ad 1) Im Bereich des Augartens hat es zwei konkurrierende Projekte gegeben: der Bau eines Filmarchivs sowie die Errichtung einer Konzerthalle für die Wiener Sängerknaben. Die Entscheidung ist für das Projekt der Sängerknaben gefallen. Ausschlaggebend war, dass die Betreiber des Konzerthauses zeitlicher ein schlüssiges Konzept vorlegten, welches sowohl die Errichtungskosten als auch die laufenden Kosten beinhaltet. Frau Stadträtin Cortolezis-Schlager ist seit Monaten in intensivem Kontakt mit den Projektbetreibern des Filmarchivs und sagt jegliche Unterstützung für alternative Standorte zu (Anmerkung Ernst Kieninger: es gab definitiv nie einen Kontakt mit Fr. Cortolezis-Schlager, auch nicht mit ihrem Büro!
Betreffend „zeitlich schlüssigem Konzept“: Wir haben einen genauen Zeitplan vorgelegt und neben der vollständigen privaten Finanzierung der Errichtung auch
eine schriftliche Unterstützungszusage seitens der Stadt für den laufenden Betrieb vorgelegt). Diese Entscheidung wird von der ÖVP grundsätzlich mitgetragen, wir verlangen aber die Erhaltung der historischen Bausubstanz, ein anrainerfreundliches Verkehrskonzept sowie die Eingliederung in das Gesamtensemble Augarten.

ad 2) Die ÖVP lehnt die Errichtung eines Hochsicherheits-Datencenters nicht von vornherein ab, wichtig ist uns aber, dass eine uneingeschränkte Nutzung des Augartens auch während der Bauphase möglich ist.

ad 3) Die ÖVP bekennt sich zur Einbindung von Bürgern und von Bürgerinitiativen.

Kerstin Urschler, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Presse & Medien ÖVP Bundespartei

ad 1) Im Bereich des Augartens hat es zwei konkurrierende Projekte gegeben: der Bau eines Filmarchivs sowie die Errichtung einer Konzerthalle für die Wiener Sängerknaben. Die Entscheidung ist für das Projekt der Sängerknaben gefallen. Ausschlaggebend war u.a. auch das das vollständige Finanzierungskonzept, dass sowohl die Errichtungskosten als auch die laufenden Kosten beinhaltet, für das Filmarchiv gibt es auch andere Standortmöglichkeiten. Diese Entscheidung wird von der ÖVP grundsätzlich mitgetragen, wir verlangen aber die Erhaltung der historischen Bausubstanz, ein anrainerfreundliches Verkehrskonzept sowie die Eingliederung in das Gesamtensemble Augarten.

ad 2) Die ÖVP lehnt die Errichtung eines Hochsicherheits-Datencenters nicht von vornherein ab, wichtig ist uns aber, dass es auch weiterhin eine öffentliche Nutzungsmöglichkeit (z.B. ein Kaffeehaus) gibt

ad 3) Die ÖVP bekennt sich zur Einbindung von Bürgern und von Bürgerinitiativen auch wenn nicht immer alle Punkte umsetzbar sind.

SPÖ

Elisabeth Grimling, Wahlkreis 9c

Oft sind Haltungen und Standpunkte nicht mit ja oder nein zu beantworten, besonders dann, wenn das Thema komplex ist oder die Fragestellung gewisse Tatbestände unterstellt.

Daher lassen Sie mich grundsätzlich feststellen:
Ich bekenne mich zum Augarten als ein nichtwegzudenkendes Naherholungsgebiet für die Bewohner des 2. und 20. Bezirkes.
Dieses Bekenntnis zu diesem einzigartigen Park können Sie auch den Beschlussfassungen der Bezirksvertretung Brigittenau und den aufrechten Flächenwidmungsplan für den Augarten entnehmen.
Diese Willensäusserungen unterstütze ich zur Gänze. Daraus ist abzuleiten, dass ich entgegen der Tendenz Ihrer Fragestellung kein aktuelles Gefährdungspotential für den Augarten erkennen kann.

Mag. Susanne Metzger für SPÖ-Bundesparteivorsitzenden Werner Faymann

Ad 1. Nein
Man kann sie insofern nicht verhindern, da beide Bauwerber sich die Bebauungsbestimmungen geholt haben und einen Rechtsanspruch auf die Vorlage eines Bauplanes haben. Die Flächenwidmung ist einzuhalten.

Ad 2.
Wie Sie in der Anlage ohnehin ausführen, gibt es für die beiden Flaktürme keine Widmung und von Seiten der Stadt Wien ist derzeit auch keine Widmung geplant oder in Vorbereitung.

Ad 3. Ja. Dies ist ein laufender Prozess.

FRITZ

Theresia Zierler

Wir sind ein Bürgerforum, d.h. das Recht geht vom Bürger aus. Betroffene und Anrainer müssen miteinbezogen werden. Die Landespolitiker sollten sich vor einer Abstimmung nicht scheuen und dieses Ergebnis muss dann auch akzeptiert werden.

Das ist unser Zugang zu Bürgernaher Politik der Liste Fritz Dinkhauser.

KPÖ

Josef Iraschko, Wahlkreis 9 C

Ad 1/ Ja
Natürlich wäre es ein wenig überheblich, als derzeit einziger KPÖ-Mandatar in der Bezirksvertretung Leopoldstadt davon zu sprechen, den Bau der geplanten Konzerthalle im Augarten verhindern zu können. Wenn es jedoch notwendig ist gegen Baumaßnahmen zu mobiliseren, dann können Sie mit uns rechnen. Aus zahlreichen öffentlichen Auftritten gegen das Monsterprojekt ist meine negative Stellungnahme dazu bekannt. Ausgehend von einer prinzipiellen Ablehnung meiner Partei gegenüber der profitablen Verwertung öffentlichen Erholungraumes, lehnen wir dieses Projekt ab und wir haben uns auch öffentlich dagegen gewandt, dass sich vor allem die Führungsgremien von SPÖ, ÖVP und FPÖ unseres Bezirks immer dann, wenn ein angeblicher/potenzieller Investor mit Millionen von Euros herumwachelt, vor lauter Unterwürfigkeit gar nicht mehr einkriegen können.
Zum oft herangezogenen Argument der „Aufwertung“ des Bezirks gerade durch dieses Projekt ist zu sagen, dass es allein dem Wientourismus dienen würde, für die Bezirksbevölkerung also überhaupt keinen kulturellen Wert darstellt. Es ist im Gegenteil zu befürchten, dass bei tatsächlicher Verwirklichung die Boden- und Wohnungsspekulation und der Absiedlungsdruck gegenüber alteingesessenen MieterInnen zunehmen wird. Hier ist letztlich beabsichtigt, zu einem Austausch der Bevölkerungsstruktur zu kommen, indem über solche Projekte ein kaufkräftiges mobiles Publikum angesiedelt werden soll, was gleichbedeutend ist mit höheren Mieten und Preisen bei gleichzeitiger Absiedlung von AltmieterInnen und kleingewerblicher Nahversorger.

Ad 2/ Ja
Was verhindern anbelangt siehe oben. Das ganze ist ein ausgemachter Schwachsinn und stellt in der Konsequenz das trojanische Pferd für die kommerzielle Verwertung des Erholungsgebietes Augarten dar, welche Absicht natürlich von allen involvierten und dies vorantreibenden PolitikerInnen entrüstet von sich gewiesen wird.

Ad 3/ Ja
Wir glauben nun einmal nicht an die Vernunft der PolitikerInnen. Sie haben sowieso keine eigene Meinung und lassen sich von InvestorInnen-Interessen vor sich hertreiben. Die Bevölkerung ist ihnen ebenfalls total egal, auch wenn’s bei Wahlen immer ganz anders klingt. Gerade deshalb ist die Einbindung von zivilen Strukturen besonders wichtig und notwendig. So war beispielsweise das diesjährige Augarten-Klassik-Picknick wieder besonders beeindruckend und ein Beweis, was wenigstens zum Teil zivile Strukturen leisten können. So sind auch die Aktionen des Josefinischen Belustigungskomitees sehr zu begrüßen.

Weiterhin viel Erfolg für Eure Aktionen. Der Augarten gehört als Erholungsraum allen Wienerinnen und Wienern, nicht nur einem elitären Bubenverein oder irgendwelchen Geschäftemachern.

LIF

(Reaktion wurde angekündigt, ist bisher aber nicht eingetroffen)