Schon an die 10.000 Unterschriften gegen Konzerthalle – wie reagieren die Politiker?

Der Umgang der Parteien mit lokalen Bürgerinteressen ist ein Entscheidungsfaktor bei Wahlen. Der Wahlkampf bietet die Chance, „die da oben“ aus ihren praxisfernen Palästen zu locken. Schließlich gibt es immer mehr BürgerInnen, die darauf brennen, IHRE Fragen an die KandidatInnen zu richten.
Dass das Thema Augarten viel mehr Menschen als nur eine Handvoll AnrainerInnen tangiert, wird mittlerweile durch unzählige, lokale wie internationale Medienberichte gezeigt. Das bezeugen aber vor allem schon an die 10.000 Menschen aus ganz Wien (und der ganzen Welt!), die bereits gegen die Erbauung einer Sängerknaben-Konzerthalle im Augarten unterschrieben haben. Dieses Interesse sollte auch vor Bundeswahlen nicht unterschätzt werden.

Das „Josefinische Erlustigungskomitee“ und die „Freunde des Augartens“ holten Stellungnahmen zur Konzerthalle im Augarten, zur Nutzung der Flaktürme und zum Schicksal des Leitbildprozesses ein. Offensichtlich wurde die Bedeutung des Themas von der Politik schon erkannt: Außer der FPÖ antworteten Vertreter aller Parteien.

ÖVP für Verbauung, SPÖ verschanzt sich hinter Flächenwidmung

Die Grünen, aber auch KPÖ und BZÖ stehen sowohl der Konzerthalle als auch dem Datencenter im Flakturm ablehnend gegenüber.
Die Linie der ÖVP ist bei beiden Projekten klar: Die Erhaltung der Naherholung muss den Bauinteressen weichen. Feigenblätter wie der Wunsch nach einem „Kaffeehaus am Flakturm“ ändern daran nichts.
Die SPÖ verschanzt sich hinter der Flächenwidmung und versucht damit – absurd für die Partei, die Wien allein regiert – die politische Verantwortung in der Frage des umstrittenen Konzerthallenbaus abzuschieben.

Das Bekenntnis zum Leitbildprozess – über dessen Fortgang die teilnehmenden BürgerInnen übrigens seit Monaten nicht informiert wurden – bleibt da wohl vorerst noch ein Lippenbekenntnis.

Die Bürgerinitiativen werden deshalb weiter für die Aufhebung der Bauwidmungen im Augarten und einen Schutz dieses wichtigen Naherholungsraums kämpfen. Egal, wie die Wahlen ausgehen werden, wer auch immer über den Augarten entscheiden will: Man wird sich ziemlich schwer tun, dabei so einfach über den Willen der BürgerInnen hinwegzusehen.

Weitere Infos und die Statements der Parteien im Volltext:

Rückfragehinweis:
Raja Schwahn-Reichmann, Josefinisches Erlustigungskomitee: 0676/ 495 31 33
Daniela Kraus, Freunde des Augartens: 06991/ 489 48 48