Link zur ots-Aussendung vom 19.1.2009

Närrische Widerständige wollen böse Konzerthallen-Geister vertreiben

Kaum ist der rundum gelungene Weihnachtsmarkt am Augartenspitz zu Ende, ruft das Josefinische Erlustigungskomitee auch schon zum nächsten Volksstreich auf: „A Fasching für die Narrn, a Künetten für an jedn!“

Schon vor einiger Zeit gab das Bundesdenkmalamt sein Okay für die Verbauung des Augartenspitzes durch eine Konzerthalle des Herrn Pührunger für die Wiener Sängerknaben, gleich hinter dem barocken Pförtnerhaus. Nun ist es soweit und BauwerberInnen, AnrainerInnen sowie Behörden kommen am Freitag, den 23.1.2009 zur Bauverhandlung zusammen.

Wie auch immer der Beschluss lauten wird – die Widerständigen in der Leopoldstadt werden sich weiterhin unbeeindruckt davon ihren Erlustigungen hingeben und sich nicht von diesem elysischen Ort vertreiben lassen! Denn die aufgeklärte Bürgerschaft fühlt sich vom „Denkmalschutz“ getäuscht: Zwar blieben Mauern und Fassade erhalten, doch würde durch die Verbauung ein „lebender Leichnam“ aus dem barocken Denkmal gemacht. Seitens der EntscheidungsträgerInnen wird leider darauf vergessen, dass nicht die Baumasse für sich, sondern nur im Zusammenhang mit deren Umgebung ein Ensemble ausmacht. Der für die Architektur so wichtige Zwischenraum ginge durch die Aushöhlung und die Zerstörung der Silhouette völlig verloren.

Denkmalschutz bedeutet mehr als bloß Häuser vor dem Abriss zu bewahren. Vielmehr sind Stimmungswerte zu verteidigen, was in diesem Fall völlig außer Acht gelassen wird. Abgesehen vom kulturellen Verlust ginge denkmalgeschütztes Grünland verloren und im Stadtgebiet rare Bäume müssten fallen.

Mit vielerlei Maskeraden, Schariwari und Narreteien wird man also in den kommenden Wochen jene bösen Plagegeister vertreiben, die den Augartenspitz zu einem Potjomkinschen Dorf verkommen lassen wollen.

Termine: 20.-22. Februar 2009
Zeiten: Fr ab 16 Uhr, Sa und So jeweils ab 14 Uhr
Ort: Augartenspitz, Eingang Filmarchiv, Ecke Obere Augartenstraße/ Castellezgasse gegenüber U2-Station Taborstraße

Es grüßt närrisch
das Josefinische Erlustigungskomitee

Weitere Infos:
www.erlustigung.org
www.baustopp.at

Rückfragehinweis
Raja Schwahn-Reichmann, Josefinisches Erlustigungskomitee: 0676/ 495 31 33

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