… hieß es bisher, aber die Zeiten ändern sich!

Gerade mal 7 Monate nach der Eröffnung des Konzertsaals am Augartenspitz stehen die Wiener Sängerknaben wieder im medialen Rampenlicht. Nachdem wir es seit Jahren trommeln fällt es auch anderen auf:  Die Mietangelegenheiten des privaten Vereins Wiener Sängerknaben im öffentlichen Barockpark Augarten stinken zum Himmel! Und nachdem ständig beteuert wurde, wie sicher doch die private Finanzierung der Angelegenheit sei, wird jetzt um Förderung gerittert…

Ständig wurde betont, dass keinerlei öffentliche Gelder für Errichtung und Betrieb der Konzerthalle am Augartenspitz nötig wären. Jetzt gibt man sich völlig überrascht von der Forderung nach Miete für das Palais, die allerdings absehbar war und bereits für 2008 fällig war. Und sofort wird das Ende des Taditionsunternehmens Wiener Sängerknaben angedroht…

  • 16.7. In Heute und Krone zu lesen:  Rechnungshof fordert Miete von rund 17.000€ monatlich, Nettig kündigt Rücktritt an und fordert Subventionen
  • In einer ots schreiben die Sängerknaben daraufhin: „Diese Miete würde tatsächlich das Ende der Wiener Sängerknaben bedeuten. Aber wir glauben nicht, dass das passiert, denn wir arbeiten im Moment gemeinsam mit der Politik an Lösungen.“ Und begründen auch noch: „Eine neue Studie aus Schweden hat ergeben, dass Chorsingen auch gut für das Herz ist„. (Das ist natürlich schön. Aber alleine für Wien sind ca. 180 Chöre auf der, unvollständigen, Liste von chormusik.at gelistet, die für das Herz mindestens so gut sind!)
  • Am folgenden Tag folgen weitere Berichte, in Presse (Kaum ist der – nicht gänzlich unumstrittene – Konzertsaal fertig, stehen die Wiener Sängerknaben vor einem neuen Problem), News (Um den Betrieb aufrecht zu halten, benötige man mindestens 2,8 Mio. Euro pro Jahr), nochmal Krone (Häupl: „Meinung des Rechnungshofes ist kein Gesetz“) , was in der Presse am nächsten Tag quasi erwidert wird (Die Burghauptmannschaft ist gesetzlich verpflichtet, jetzt eine angemessene Miete einzufordern)
  • In einem Bericht des ORF lässt sich das nächste Problem erahnen: Die als viel zu niedrig kritisierten Mieteinnahmen belaufen sich auf 12€/m² und Jahr. Am Augartenspitz werden keine 6€ pro Jahr für den m² bezahlt…
  • Ende Juli darf sich Nettig nochmals in der Presse äußern, weiterhin meint er: die „Situation könnte bedrohlich werden“

Man darf gespannt sein, wie dieser Krimi ausgeht, aber wir wetten darauf: Letztendlich wird der Steuerzahler doch noch zum Handkuss kommen!