KARIN SCHUH, MARTIN STUHLPFARRER, EVA WINROITHER (Die Presse)
Zum vollständigen Artikel auf diepresse.com

Sie kämpfen gegen Privatisierungen, Garagen, islamische Zentren und Wohnungen sowie für Ziesel und die Erhaltung öffentlichen Raums. Ein Überblick über die derzeit in Wien aktiven Bürgerinitiativen. (…)

Widerstandscamp Augarten. Derzeit werden im Innenraum die Estriche gelegt, parallel dazu läuft der Einbau der Bühnentechnik. Die Decke ist bereits eingezogen, Mitte Dezember soll eröffnet werden. Dann ist auch der neue Vorplatz fertig. Die Sängerknaben freuen sich schon auf ihre neue Konzerthalle am Augartenspitz. Wenige Meter von der Baustelle entfernt steht hingegen ein Widerstandscamp. Raja Schwahn-Reichmann von der Bürgerinitiative gegen die Konzerthalle, die mit dem Widerstandscamp sympathisiert, kündigt an: Der Widerstand wird nicht aufgegeben – trotz der kommenden Eröffnung: „Wir werden nicht vergessen darauf hinzuweisen, auf dieses Monument des Versagens der Planung und Verwaltung.“ So sind bereits Verteilaktionen mit Broschüren geplant, wenn ab Mitte Dezember Besucher die Konzerthalle betreten werden. Denn diese Konzerthalle, die im grünen Augarten errichtet wird, sei eine unverschämte Privatisierung von öffentlichem Grund – auf Kosten der Allgemeinheit, so Schwahn-Reichmann: „Daran ändert sich nichts, auch wenn wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“ Auch Protestfeste und Demonstrationen werden weiter veranstaltet.

Ein Grund, warum die Protestbewegung weitermacht: Es gebe weitere Begehrlichkeiten, die dem Augarten schaden würden, so Schwahn-Reichmann. Für ein Restaurant seien 100 Parkplätze genehmigt worden, trotz Einfahrtverbots komme eine Busrampe für die Sängerknaben, und schließlich gebe es immer wieder Pläne, ein Datencenter in einem Augarten-Flakturm zu errichten. Dagegen wird der Protest weitergehen, kündigt Schwahn-Reichmann an: „Wir sehen uns als Occupy-Bewegung.“ Einen (kleinen) Erfolg hat die streitbare Kämpferin für den Augarten immerhin erreicht: Das historische Pförtnerhäuschen beim Augartenspitz durfte nicht abgerissen werden, sondern bleibt erhalten. (…)