oe1.orf.at | Die Mai-Ausgabe stellt Fragen nach verbotener Musik im Iran und in Europa, nach dem Bedarf nach Konzertsälen im Wiener Augarten und anderswo, nach Bibel und Musik und erklärt einen Begriff, viel gehört, selten umschrieben für das Musiklexikon. Moderation: Irene Suchy

Stirbt der Klassik das Publikum weg? Vieles deutet darauf hin. Trotzdem gibt es derzeit einen Boom an neuen – und umstrittenen – Konzertbauten, vom neuen Sängerknaben-Konzertsaal in Wien bis zur Elbphilharmonie in Hamburg…

von oe1.orf.at | Ästhetische Codierung
Die Frage des Konzertsaales in Wien beinhaltet die Frage, wie viele Veranstaltungen eine Stadt hat und wie stark sind diese ausgelastet: „Die nächste Frage ist natürlich auch, was für eine ästhetische Codierung haben die vorhandenen Säle“, sagt Tröndle, „Säle und Räume haben einen bestimmten Gestus. Dieser Gestus zieht bestimmte Publikumsgruppen an und stößt andere ab, indem sie eine bestimmte Hemmschwelle aufbauen. Bei der Planung eines Konzertsaales stellt sich die Frage: Für wen baut man diesen und wen will man damit anlocken? Man kann den Weg auch genau umgekehrt gehen und darauf verzichten, einen eigenen Saal zu haben, das ist vielleicht aus der Perspektive eines Ensembles wie den Sängerknaben viel sinnvoller, um das Publikum an ganz bestimmten Orten abzuholen.“

Martin Tröndle, „Das Konzert – Neue Aufführungskonzepte für eine klassische Form“, Transcript Verlag

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