Die Geschichte wiederholt sich. Vor bald 40 Jahren war der Augarten ähnlich bedroht wie heute! Unglaublich!

Ein schweres Attentat auf den Augarten

„Wiener Naturschutznachrichten“, August 1971

Auf den „von Ihrem Schätzer“, Kaiser Josef II., „allen Menschen gewidmeten Erlustigungsort“, den Wiener Augarten, bereiten Bund und Gemeinde schwere Anschläge vor:

Im von Oberer Augartenstraße und Castellezgasse gebildeten Eck hinterm „Bayrischen Hof“ wird eine höhere Schule mit Riesensportplatz errichtet,

auf der von Rauscherstraße und Wasnergasse begrenzten Fläche werden ein monströses, 300 Personen fassendes Pensionistenheim und ein Kindertagesheim erbaut werden.

Das 0sterreichische Institut für Raumplanung hatte auf die Bedeutung des mit 522.500 Quadratmetern nach Schönbrunn größten Wiener Parks hingewiesen und vor einer Verbauung, „auch von Teilen“, gewarnt.

Der Augarten, heißt es in der Raumplanungsstudie, „ist die größte Grünfläche im verbauten Stadtgebiet“ und hat ein weitaus besseres Lokalklima – „reinere Luft, ausgeglichenere Temperaturen, höhere Luftfeuchtigkeit und größere Ruhe“ – als die ihn umgebenden Baugebiete.

Er ist für mehr als 185.000 Menschen das nächstgelegene Erholungsgebiet, dessen Bedeutung in Zukunft rasant steigt, weil in seinem Einzugsgebiet viele Betriebe entstehen, deren Angestellte hier Luft schnappen können, Weil durch den Bau der Donaukanalschnellstraße die grünen Spazierwege an den Kanalufern verschwinden und weil während des auf Jahre projektierten Baues der Hochwasserschutzanlagen das Inundationsgebiet der Donau als Erholungsfläche ausfällt.

Dr. Peter Pötschner vom Bundesdenkmalamt: „Ich kann nicht verstehen, daß man Parkgebiete verbaut. Jede Verringerung der Parkfläche ist abzulehnen.“

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