Nach dem Beitrag von 16. August gab es wieder einen spannenden Report zum Augarten auf ORF2…
Barrikaden-Stürmer: Aus Grün- wird Bauland
Der kultur.montag hat sich einige Immobilienprojekte näher angesehen und zum Teil haarsträubende Verhältnisse entdeckt.
Umwidmungen und ihre brisanten Folgen
Einen erfreulich umfangreichen Beitrag über die Betonlobby und ihr Wirken in Wien gab es im gestrigen kultur.montag auf ORF2, hier kann man den Beitrag online nachsehen!
Einige Zitate aus der Sendung
Sprecher: “Die Meisterleistung der Allianz der Betonlobby geht so: Die Wiener Sängerknaben mit ihrem Präsidenten Walter Nettig, ein Freund von Bürgermeister Häupl, und der Konzertsaalmäzen Peter Pühringer stellen einen Bauantrag. Es kommt ein Gutachten des Bundesdenkmalamtes zur Bebauung der Landschaftsarchitekten Schmidt und Rennhofer zustande, das laut Volkanwältin Stoisits schwere Rechtsmängel aufweist. Trotzdem erläßt das Bundesdenkmalamt einen Baubescheid.” Helmut Hofmann (Jurist und Kunsthistoriker): “Derjenige, der die Veränderung beantragt, muss sein Interesse begründen, und die Gründe, die er ins Treffen führt, beweisen. Also nicht nur behaupten, sondern unter Beweis stellen. Und sämtliche Gründe, die hier ins Treffen geführt wurden für den Bau, sind unbewiesen und können auch nicht bewiesen werden. Und das Bundesdenkmalamt hätte, mangels dieser Beweise, niemals diesen Bescheid erlassen dürfen.” (…) Für alle Beteiligten gilt die Unschuldvermutung.









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9 Kommentare
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15. September 2010 um 10:31
Katharian M.
Das ist falsch. Der Bauantrag wurde noch vor Nettigs Zeit (also noch unter Jesser) gestellt, und der war bekanntlich kein Freund von Michael Häupl. Diese Sendung war so etwas von tendenziös und unseriös recherchiert, dass es zum Haarsträuben war…
15. September 2010 um 11:44
dokit
warum erzählte dann jesser einst stolz, dass häupl ihm bei einem abendessen (!) versprochen hat, dass er den konzertsaal am augartenspitz bauen darf? von wegen “freund”… wenn ein bürgermeister einem privatmann bei einem privattreffen etwas verspricht, völlig ohne öffentliche verfahren, also ohne demokratischen prozess, was bitte soll das anderes sein als freunderlwirtschaft?
die sendung war ENDLICH MAL gut recherchiert und hat die dinge brilliant auf den punkt gebracht.
15. September 2010 um 12:49
Katharian M.
Das glaube ich eben nicht. Und Jesser kann sich jetzt nicht mehr wehren. Wichtig ist, dass sein Saal endlich gebaut wird!!! Das ist schön und tut so gut!
15. September 2010 um 13:11
monika roesler
Liebe Frau Katharina M., auch wenn es Ihnen nicht paßt: Nettig war schon x Monate Sängerknaben-Präsident, als “Mit Schreiben vom 29.Oktober 2008 … die Architekten Michael Lawugger und Johannes Kraus, 1070 Wien ..” beim Bundesdenkmalamt um Bewilligung ansuchten. An dieser zeitlichen Abfolge ist nicht zu rütteln. Gute Recherche. Im übrigen: ein Bauplatz im Augartenspitz sei für die Wiener Sängerknaben nur interessant, wenn die Schleifung des barocken Gesindehauses und der Augartenmauer genehmigt würde, so Jesser seinerzeit laut Ohrenzeugen.
15. September 2010 um 15:20
georg becker
Die ” Kulturmontag ” ORF-Sendung zu den spekulativen, ortsbild- und denkmalschädlichen Bauprojekten war endlich inhaltlich und mutig.
Wer´s nicht glaubt, soll die vorhandenen öffentlichen Dokumente studieren und den Zugang zu den “geheimen” erkämpfen.
Siehe auch das Buch “Raus aus der Sackgasse”, Sonderzahl-Verlag Wien, 2009, herausgegeben vom Verein Aktion21-Pro Bürgerbeteiligung (www.aktion21.at)!
Zum AUGARTEN: siehe z.B. auch “STEINE SPRECHEN”, Nr. 140, Juni 2010; oder “Denkma[i]l” Nr. 3., Okt. ´09 !!!
15. September 2010 um 15:33
dokit
@ katharian M.: sie könnens glauben oder nicht, es gibt ohrenzeugInnen. wichtig ist, dass dieser saal, falls er jemals gebaut wird, für immer als schandmal für die demokratie und für die beton/freunderlpolitik/turbokapitalismus-lobby gebrandmarkt ist und das auch gebührend publiziert wird. auf dass dieses gebäude immer ein schattendasein führe!
15. September 2010 um 23:07
Augartenspitzel
Hinweis an erfolglose Poster: Nichtssagende Kommentare, die noch dazu anonym und mit ungültigen Mailadressen ankommen, werden nicht veröffentlicht.
15. September 2010 um 23:24
hofmann helmut
Wer immer Katharian M. ist, er ist jedenfalls schlecht informiert. Der Bauantrag konnte erst nach positivem Bescheid des BDA gestellt werden und der datiert vom 05.03.2009. Jesser starb am 12.05.2008, konnte daher den Bauantrag gar nicht stellen. Den Vorwurf des tendenziösen und unseriösen Recherchierens wird sich der gefallen lassen müssen, der andere mit falschen Tatsachen zu schulmeistern versucht. Mit anderen Worten: wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. (Der Doppelsinn war unbeabsichtigt, ist aber trotzdem zutreffend).
20. Mai 2011 um 16:15
Christoph und Lollo: Diese Stadt « Das Josefinische Erlustigungskomitee rufet das Volk!
[...] In Apropos Musik – Neue Konzerthäuser? vom 6. Mai auf Ö1 wurde sehr passender Weise ein Lied von Christoph und Lollo gespielt, „Diese Stadt“ aus ihrem Album „Tschuldigung“, das auf Wohnzimmer Records erschienen ist. Darin heißt es etwa „Diese Stadt gehört schon längst nicht mehr uns, das wissen mittlerweile Hinz und Kunz“ … „merkt man auch ganz schnell, die halbe Stadt gehört dem Baukartell„ [...]